Eigentlich keine Überraschung…

Dass Nicaragua sehr arm ist war mir ja klar, dass es hier viel Kinderarbeit gibt und viele Menschen in einfachsten Behausungen leben ebenfalls. Aber ein paar Dinge live zu erleben schockiert dann letztlich doch noch. Gleich auf der ersten Taxifahrt hat ein Mädchen von vielleicht 13 Jahren an der Ampel gebettelt, nachts gegen halb zwölf. Sie war hoch schwanger.

Hier im Marktgebäude von Granada, wo ich mich dann mit meiner Kamera doch nicht in jeder Ecke wohl gefühlt habe, wollte ein kleiner Junge, dass ich Fotos von ihm mache. Soweit nicht ungewöhnlich, das wollen teilweise auch die Alten. Nachdem ich ihm das Foto gezeigt habe hat er auf mich eingeredet, schnell und undeutlich. Seine Bewegungen wurden dann aber doch deutlicher, bis ich es verstanden habe. Der Kleine wollte mir Koks verkaufen.

Obwohl es hier schon etwas geregnet hat, was normaler Weise erst Mitte Mai beginnt, bin ich gestern an einem beginnenden Feldbrand vorbei gekommen. Die Feuerwehr hat wohl ihren Job getan, heute morgen war der Brand gelöscht. Heute Mittag hat es schon wieder aus der Erde geraucht.

Es geht mir inzwischen besser, aber ich habe mir heute härtere Mittel geholt. Ich habe mich auf eine Bootstour getraut – 3 Stunden, Fahrer plus englisch-sprachiger Guide, Shuttle vom Hostel. Das Ganze für 15 USD. Ich war der einzige Gast. Aber normaler Weise ist es bei Einzelpersonen schon teurer, da waren wohl 2 Personen abgesprungen.
Die Fahrt zur Insel Ometepe auf dem Lago de Nicaragua habe ich mich dann doch nicht getraut. Morgen früh dann aber sicher. Dort bin ich dann wahrscheinlich ein paar Tage offline, kann mich mit Affen um mein Essen streiten…

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