Ometepe, Laguna de Apoyo und Vulkan Mombacho

Auf der Insel Ometepe bin ich leider nur 2 Tage geblieben, aber vielleicht zieht es mich auf dem Weg nach Costa Rica noch mal hin, um einen Vulkan zu besteigen. Am Freitag bin ich mit zwei Kanadierinnen zu einem über 40m hohen Wasserfall gewandert. In der Mittagshitze ist der Aufstieg sehr anstrengend gewesen, zumal ich im Moment lange Hosen trage, die Knie sind noch heute rot. Der lange Aufstieg wurde mit einem Bad am Fuße des Wasserfalls belohnt. Das Wasser tröpfelt allerdings eher als dass es rauscht. So war auch erst sehr spät klar, dass wir endlich da waren. Aus 3km Aufstieg sind wohl eher 3 Meilen geworden, so hat es jedenfalls ein Amerikaner gemessen.
Am Samstag Morgen bin ich mit anderen Gästen aus der Finca zurück gefahren und nach der Fähre ein bisschen in Rivas geblieben. Rivas ist ein kleines Städtchen, das die meisten nur vom Busbahnhof kennen. Das Zentrum ist nicht so chaotisch wie die Gegend um den Busbahnhof, nicht so touristisch und vielleicht viel mehr das heutige Nicaragua als Granada. Vor der Kirche stehen quietsch bunte Pavillons und Spielgeräte aus Plastik, wie sie bei uns eher in Gärten stehen.
Danach bin ich zur Laguna de Apoyo gefahren, einem Kratersee mit über 6km Durchmesser und 175m Tiefe. Hier habe ich in der biologischen Station geschlafen, die sich um verletzte Tiere kümmert und diese anschließend auswildert. Die Herberge war allerdings ziemlich ausgestorben und ich habe erst später gemerkt, dass sie nicht zum Peace-Project gehört – einem Hostel, dessen Gewinne in soziale Projekte fließen. Dort habe ich immerhin ein Abendessen bekommen und noch eine Runde Billard mit den Volunteers gespielt.
Gestern habe ich dann Jon und Maite wieder getroffen und bin mit ihnen auf den Vulkan Mombacho gefahren. Nach einer Fahrt in einem Allrad-Laster und gefühlter Steigung von 45° haben wir eine kurze Tour um den ersten Krater gemacht. Hier läuft man im Nebelwald über einen schmalen Grat, merkt es aber durch die dichte Vegetation nicht zu sehr. Mit Guide sind wir dann noch um den größeren Krater gelaufen, der einen tollen Blick auf die Landschaft zulässt und durch eine reiche Flora und Fauna führt. Der Mombacho gilt als ruhender Vulkan, steht aber seit einiger Zeit unter erhöhter Beobachtung, weil er wieder Schwefel-Wolken ausspuckt. Generell scheint es hier gerade ordentlich zu brodeln, es gab in den letzten Monaten einige Vulkan-Ausbrüche, daher sind einige gesperrt.
Heute konnte mich Jon nach einer Nacht in Managua nach Leon mitnehmen. Die Stadt ist traditionell revolutionär und hat im Krieg gegen Diktaturen und gegen den amerikanischen Imperialismus eine wichtige Rolle für ganz Lateinamerika gespielt.
Morgen geht es auf den Vulkan Telica, der vor ein paar Monaten ausgebrochen ist und wo mit etwas Glück noch glühende Lava zu sehen ist. Nach einer Übernachtung im Zelt werde ich bestimmt bald davon berichten…

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