Leon

Nach der Tour auf dem Mombacho hat mich Jon nach einer Nacht in Managua mit nach Leon genommen. Leon ist die Stadt, in der traditionell Revolten starten. Sandino hat hier in den 20er Jahren mit dem Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus begonnen. Auch der Kampf gegen die Diktatur hat hier begonnen. Man spürt den Einfluss bis heute.

Wir sind auf der alten Panamericana-Route nach Leon gefahren. Diese wurde durch eine neue Strecke ersetzt, wurde jedoch kürzlich saniert und ist wohl besser als die so genannte neue Route, und landschaftlich sehenswert. Direkt am Stadteingang ist ein großes Mahnmal, das Rathaus weist die Stadt als erste Hauptstadt der Revolution aus, es gibt Wandmalereien, die den Bürgerkrieg darstellen. Und ein Museum der Revolution, wo alt gewordene Veteranen die Geschichte des Bürgerkriegs in den 70er Jahren erzählen. In und um Leon gibt es auffällig viele in den Farben der FSLN (Frente Sandinista de Liberación Nacional) bemalte Bäume, Masten, Geländer und vieles mehr. Man merkt den Stolz, den Amerikanern die Stirn geboten zu haben und sieht oft das Gesicht Che Guevaras auf Bussen, Taxen, Straßenständen etc. Sogar eine Fähre zur Insel Ometepe ist nach ihm benannt.

Granada und Leon sind die zwei Städte mit dem größten Touristen-Andrang. Während Granada sich dafür im Zentrum rausgeputzt hat und darauf achtet, wie sich die Stadt präsentiert, wirkt Leon sehr viel authentischer und von Tourismus unabhängiger. Es gibt hier eine Universität und größere Fabriken, die ihren Mitarbeitern scheinbar Fahrräder zur Verfügung stellen. Jedenfalls hängen sich ähnlich aussehende Fahrräder in großen Mengen im Bereich der Eingänge. Man wird als Tourist eher in Ruhe gelassen und muss nicht zehn mal sagen, dass man kein Taxi braucht. In Granada kann man an 10 Taxen vorbei laufen und ohne zu zögern nein sagen. Der 11. Taxifahrer fragt immer noch. In Rivas war es noch schlimmer.

In Granada wird auch darauf geachtet, dass Handwägen und Kutschen keine luftgefüllten Reifen haben. Sonst sieht man sie eigentlich überall mit Fahrrad- oder Autoreifen.

Absolut sehenswert ist die Kathedrale In Leon. Das besondere: man kann fast das Dach begehen, das komplett weiß getüncht ist und wohl mit der Hauptfassade als erstes saniert wurde.

Da Leon sehr heiß ist und ich nach der Tour auf dem Mombacho und den Telica etwas müde war habe ich leider nur die Innenstadt gesehen, und den weg zum Busbahnhof.

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