Highlight 3

San Carlos ist ein Städtchen südöstlich des Nicaragua-Sees, der hier jedoch weniger eine Rolle spielt als der Grenzübergang nach Costa Rica und der Rio San Juan, der vom See in Richtung Karibik fließt und zu 100% zu Nicaragua gehört, jedoch über weite Teile die Grenze bildet. Ein Betreten des Ufers wäre also eine illegale Überschreitung der Grenze. Erst morgens habe ich entschieden, nicht direkt weiter nach Costa Rica zu ziehen, sondern den Fluss ein Stück zu erkunden. Also ging es mit dem Boot flussabwärts, auf dem ich prompt 3 Touristen, allesamt Deutsche, getroffen habe. 2 von ihnen kannte ich schon: Julia hatte ich in Leon getroffen und Robert im Bus auf meiner Abenteuer-Fahrt nach Miraflor. Nach über drei Stunden Fahrt sind wir also zu viert in El Castillo aufgeschlagen und haben uns Hotel und Guides geteilt.
El Castillo war ein strategisch wichtiger Ort der Spanier, hier hatten sie eine kleine Burg gebaut, von der aus der Fluss in beide Richtungen gut zu beobachten war. Der Ort ist sehr malerisch gelegen. Man spürt die hohe Abhängigkeit vom Tourismus, und dennoch ist es ruhig und sympathisch. Unser Hotel war eines der älteren, die Familie sehr freundlich, die Lage perfekt und die Unterkunft gemütlich. Und es gab leckeres Essen.
Nach einem gemütlichen Nachmittag sind wir auf eine Bootstour gegangen. Im Licht des Vollmonds hat unser Guide Juan gleich gezeigt, wie gut er Tiere aufspüren und fangen kann. Mit Hilfe einer Taschenlampe sah er die Augen eines Kaimans am anderen Ufer, den dann jeder mal in die Hand nehmen durfte. Auch einen Basilisk fing er noch, der sich durch sein etwas zu helles Grün verraten hat. Auch ohne diese zwei Fänge wäre es schon toll gewesen,  die Ruhe auf dem breiten Fluss zu genießen, der leider derzeit den niedrigsten Wasserstand seit vielen Jahrzehnten hat und man an manchen Stellen nur deshalb nicht durch laufen kann, weil die Strömung zumindest noch stark ist. Nicht auszumalen was passiert, wenn dann in der Nähe auch noch ein Kanal gebaut wird, der dem Panama-Kanal Konkurrenz machen soll. Man kann nur hoffen, dass das in Widerstand geübte Volk das noch verhindern kann.
Am nächsten Morgen hat uns Juan kurz vor sechs abgeholt, nicht ohne dass ich noch ein Foto der Nebelfelder gemacht hatte. Diesmal sollte uns das Boot weiter flussabwärts bringen, wo wir uns zunächst beim Militär anmelden mussten. Im Dschungel hat uns das Brüllen von Affen empfangen. Hier war es tatsächlich so, wie man es sich vorstellt: feucht, drückend schwül, viele verschiedene Pflanzen, Bäume und Lianen, bunte Vögel und Reptilien, riesige Termiten und Schmetterlinge.
Juan hatte keine Hemmungen, giftige Tiere zu fangen und zu zeigen. Manchmal hat er dann aber doch zumindest direkt danach die Hände gewaschen. Nach vielleicht vier Stunden, als knallrote Mini-Frösche längst uninteressant waren, habe ich sie dann voller Bewunderung eines riesigen Baumes entdeckt: eine Boa von schätzungsweise 1,5m Länge und nur ein paar Meter entfernt von uns. Auch vor der Boa hatte Juan keine Hemmungen und hat sie in ihrer Ruhe gestört. Nachdem wir dann doch jeder mal Kontakt mit ihr hatten hat er sie noch so geärgert, dass sie laut gezischt hat und nach seinem Handy schnappen wollte, mit dem er Videos von ihr gemacht hat. Auch für ihn schien diese Begegnung noch etwas sehr Ungewöhnliches, für mich sowieso.

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Weitere Fotos sind auf einer Karte, die ich auf dem tablet nicht lesen kann. Ich hoffe, ich kann sie bald nachliefern.

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