Tortuguero

In San José bin ich nur eine Nacht geblieben, habe mich mit Conrad getroffen, der hier ein Jahr gelebt und mich auf der Reise mit Infos versorgt hat. Danke dafür!
Am nächsten Morgen bin ich nach Tortuguero aufgebrochen. Ein Touri-Service hat schon im Busbahnhof gestanden und bei der Orientierung geholfen. Hätte mir Conrad nicht gesagt, dass ich dort hin muss, ich hätte mit der nächsten Touri-Falle gerechnet. Das letzte Stück bis nach Tortuguero geht im Normalfall etwa eine Stunde flussabwärts. Bei dem niedrigen Wasserstand hat es fast 2 Stunden gedauert. Dadurch waren die vielen Basilisken, Leguanen, Vögel etc, besser zu sehen. Es wurde also nicht langweilig.
Tortuguero ist ein Nationalpark an der Karibik-Küste. Das besondere ist hier aber weniger die Küste (Schwimmen ist hier wegen der Strömung verboten), sondern das Fluss-Labyrinth, das parallel zur Küste verläuft und wo die hohen Bäume des Dschungels so dicht am Ufer sind, dass sich immer wieder kleine Höhlen bilden. Ein ideales Versteck für Vögel, Reptilien und andere Tiere.
Dem Rat einer Deutschen im Hostel in San José folgend habe ich die zwei Nächte in Tortuguerro in „bill’s place“ geschlafen. Bill, ein Amerikaner jenseits der 60, hat hier vor über 20 Jahren ein Grundstück gekauft, lebt seit längerem dort im Zelt und hat erst im letzten Jahr zwei Hütten gebaut, die er für wenig Geld vermietet. Er könnte noch mehr Hütten bauen, möchte aber kein „big business“. Die Hütten haben immerhin Toilette und Duschen (kühl), viele Steckdosen, ein breites Bett, WiFi und der Strand ist nur einen Steinwurf entfernt. Wer mit dem einfachen Komfort zufrieden ist findet hier auf jeden Fall einen einmaligen Ort für die Nacht. Auch sonst ist Tortuguerro nicht so touristisch wie man befürchten könnte. Und wenn man nicht mit der sog. Mafia bucht, kriegt man auch Touren in kleinen Gruppen und zu akzeptablen Preisen. Die Mafia ist die Organisation, die schon in San José den Eindruck vermittelt hat, hier Sonderrechte zu haben und so den selbständigen Guides das Leben schwer macht.
Die Zeit hat gedrängt, und so habe ich schon nach zwei Nächten die Weiterreise angetreten, mit dem Speedboot runter bis kurz vor Limon. Beeindruckend war hier, dass der Steuermann in voller Fahrt und vom Heck aus Tiere gesehen hat, die wir Touristen selbst dann kaum gesehen haben, wenn er angehalten hat, um sie zu zeigen. Ein Faultier oben im Baum, einen Kaiman am Ufer, ein Krokodil, einen Tukan, Fledermäuse.

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