Iran – Ankunft in Teheran

Der Flug nach Istanbul war ziemlich normal. Auffällig war aber der geringe Anteil Deutscher in der Maschine. Einige von ihnen habe ich im Transit-Bereich wieder gesehen, manche auch in der Maschine nach Teheran. Offensichtlich ist der deutsche Tourismus in der Türkei wirklich ziemlich eingebrochen. Der Transit in Istanbul war problemlos, ich musste nicht ein einziges Mal den Pass vorzeigen.

In der Maschine nach Teheran saßen natürlich viele Iraner und ein paar Europäer. Die Atmosphäre schien gleich familiärer, ich musste mir um Gesprächspartner also keine Sorgen machen und bekam prompt ein Angebot, durch die Stadt Isfahan geführt zu werden. Letztlich haben wir dann aber doch nicht Nummern ausgetauscht. Erst kurz vor der Landung haben sich die Frauen verhüllt, wenn man davon reden kann. Die Kopftücher lassen oft die ersten 10 Zentimeter Haar offen.

Der Geruch nach verlassen des Flugzeugs hat mich gleich um 10 Jahre zurück versetzt als ich in Mali war. Heiß und leicht rauchig-brenzlich – kaum zu beschreiben. Der Flughafen liegt im Süden der Stadt, wo die Wüste nicht mehr fern ist.

Bereits ziemlich müde war ich bei der Visa-Stelle. Hier stand ein Mann vor den Fenstern, der einen erst zum Stand für Versicherungen geschickt hat, wo mir die Bescheinigung meiner Auslandskrankenversicherung mit einem lapidaren Haken bestätigt wurde. Dann wurde ich zur Bank geschickt, um 75€ Visa-Gebühren zu zahlen. Danach begann das Warten. Auf die Frage, was ich im Iran machen möchte und warum wurde ich dann doch nervös, bis ich endlich meinen Pass mit 30-Tage-Visum in der Hand hatte.

Nun also hoffen, dass das Gepäck noch da ist. Das Gepäck war da und wurde noch gescannt, die Einfuhr von Alkohol ist schließlich streng verboten. Geld wechseln, leider begrenzt auf 50€ und Taxifahrer suchen. Da aber Unterkunft und Flughafen-Taxi in Dollar bezahlt wurden kommt man mit 50€ schon recht weit.

Alles in allem war ich etwa 2 Stunden und 10 Minuten nach der Landung auf der Suche nach meinem Taxi-Fahrer. Offensichtlich hatte ich aber einmal zu wenig bestätigt, dass ich wirklich ein Taxi buchen wollte. Das läuft so ab, und ähnlich auch bei Unterkünften: man reserviert per online-Formular. Daraufhin bekommt man eine Buchungsnummer per Mail, eine Weile später die Aufforderung, die Buchung zu bestätigen, ggf. nach ein paar Tagen nochmals die Aufforderung dazu. Mein Name war auf keinem Schild zu lesen. Ein anderer Taxi-Fahrer wiederum hatte auf seinen Kunden schon etwa eine Stunde gewartet und mich schließlich mitgenommen – zum vereinbarten Preis. Natürlich hatte ich vorher schon tausende Angebote von freien Fahrern, wollte aber meinen bestellten Fahrer nicht verprellen. Die anderen Angebote wären wahrscheinlich günstiger gewesen, aber ich hatte wegen der späten Stunde lieber über die 7-Hostel-Group gebucht, die mir im Laufe der Reise noch ein paar Mal begegnen wird und die ich tendenziell lieber meide.

Nach einer langen und rasanten Fahrt kam ich gegen 3h nachts endlich im Hostel an. Vorbei am pompösen Khomeini-Mausoleums mit 4 Minaretten, auf leeren Straßen direkt ins Herz der 8-Millionen-Einwohner-Metropole. Ein paar Jugendliche hatten sich ohne Licht auf einer 3-spurigen Schnellstraße getroffen. Ich kann mir schönere und sicherere Orte vorstellen.

Ein britischer Gast mit deutscher Mutter und deutschem Pass hat mir gleich erzählt, dass Briten und Amerikaner dank der Visa-Regeln nur unter ständiger Beobachtung im Land reisen dürfen, er nur dank doppelter Staatsbürgerschaft frei im Land unterwegs ist. Super, wer mag schon amerikanische Touristen. Aber gut, ohne Alkohol wären die im Iran vielleicht erträglicher. In Costa Rica waren sie aber auch ohne Alkohol laut und nervig – Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Und warum das ganze Prozedere mit den Bestätigungen? Iran leidet noch immer unter Sanktionen. Bezahlung mit Kreditkarten, PayPal oder anderen amerikanischen Anbietern ist daher nicht möglich, die Reisekasse sollte vollständig in Scheinen mitgebracht werden. So ist auch eine Anzahlung unmöglich. Ein Australier war so ehrlich zu sagen, dass er dies schamlos ausnutzt und auf Verdacht reserviert. Kein Wunder also…

7. September 2017

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