170914 Täbris

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Der Nachtbus kam morgens fast pünktlich mit 10 Minuten Verspätung in Täbris an, obwohl er noch 25 Minuten in Rascht auf den letzten Passagier gewartet hatte. Sowas nennt man Service! Flixbus kann sich also nicht nur vom geräumigen Platzangebot eine Scheibe abschneiden, muss aber nicht unbedingt den Fahrstil übernehmen.

Da Iran offiziell ein sehr religiöses Land ist hielt der Bus jeweils zur Gebetszeit, um die Möglichkeit zum Gebet zu geben. Aber auch nach einer Woche bekomme ich nicht den Eindruck, dass besonders viele Menschen beten, trotz Gebetsräumen in jeder Metro-Station. Den in Istanbul und Mali omnipräsenten Muezin nimmt man nur selten wahr.

Täbris ist eine traditionsreiche Handelsstadt an der Seidenstraße im iranischen Teil Azerbaijans und hauptsächlich für den Basar bekannt, der seit 2010 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Von den knapp 1,8 Millionen Einwohnern arbeiten ca. 4.000 im Basar, der auf 29 Hektar fast alles bietet, was man so braucht. Sogar ein Fluss führt durch den Basar. Besonders beeindruckend sind die Juwelen, Gewürze, Nüsse und Teppiche. Von den zwei Hauptgängen führen immer wieder kleine Durchgänge in große Räume, die durch ihre Architektur und die Waren faszinieren. Trotz des Status als Welterbe findet man kaum einen ausländischen Touristen und wird immer wieder angesprochen, ohne die Erwartung, dass man etwas kauft. Auch abends im Elgoli-Park am Stadtrand, der neben diversen Restaurants auch einen Berg, einen See und einen Vergnügungspark hat, gibt es kaum Touristen. Ein wunderbarer Ort für den Feierabend.

Weitere Sehenswürdigkeiten wie Moscheen habe ich mir gespart, denn die sind im Süden viel bedeutender. Tagsüber waren wir stattdessen in Kandovan, einem Bergdorf etwa eine Stunde Fahrt entfernt. Allein die Steinformationen machen den Ort sehenswert. Ursprünglich waren hier nur die Höhlen bewohnt. Später wurden die Häuser so vor die Höhlen gebaut, dass diese weiterhin genutzt werden können. So ist dieser Ort etwas sehr besonderes. Trotzdem ist auch der iranische Tourismus noch übersichtlich. Das Dorf ist viel kleiner als Masouleh, die Bewohner nicht so offen für Fotos und es gibt keinen Basar, nur ein paar Restaurants und eine kleine Hotelanlage. Nach zwei Stunden ging es also schon zurück.

Ein Salzsee oder die farbigen Berge? Das war die Frage am nächsten Morgen. Eines von beiden muss wohl auf die nächste Reise warten.

Salzsee! Oder auch Urmiasee. 2 Stunden Fahrt für einen See, der am austrocknen ist? Und 2 Stunden zurück? Die Zweifel blieben, die Fahrt abgesehen von einer Kamelherde unspektakulär. Der Erste Gedanke nach Ankunft: was sollen wir 2 Stunden tun? Zum Glück gab es Tretboote, denn eine Badehose hatte ich leider auch nicht dabei und Janet aus Hong-Kong, die ich schon aus Teheran und Masouleh kannte, hätte komplett verschleiert baden müssen. Also raus aufs Wasser, das Dank weißer Salzberge kälter aussah, als es ist. Besonders um die Schatten spendende Brücke gab es viele spannende Perspektiven und die mit dem Taxifahrer vereinbarten 2 Stunden waren schneller vorbei als uns lieb war.

Der See war ursprünglich 10 mal größer als der Bodensee, hat keinen Abfluss und wird in seiner Höhe nur durch Zufluss und Verdunstung reguliert. Da den Flüssen zu viel Wasser entnommen wird und der See mit maximal 16m Tiefe sehr flache Strände hat führt das Austrocknen zu einem gewaltigen Rückgang der Oberfläche. Man sieht auf dem Weg zum See Boote, die vor einiger Zeit noch am Ufer waren und wo heute nur noch ein Flimmern am Horizont zu sehen ist, das Wasser oder Fatamorgana sein könnte. Der See gehört zu den beeindruckendsten Orten, die ich auf meinen bisherigen Reisen sehen konnte. Die Fahrt war es also allemal wert. Und das nächste Mal schaue ich mir dann die farbigen Berge an.

The night bus arrived almost punctually in Tabriz, only with 10 minutes delay, although he had waited another 25 minutes in Rasht until the last passenger arrived. That’s a true service! So Flixbus can not only cut off a lot from the spacious seats, but does not necessarily have to adopt the driving style.

Since Iran is officially a very religious country, the bus stopped at prayer time to give prayer opportunities. But even after a week, I do not get the impression that many people pray, despite there is prayer rooms in every metro station. Muezin, which is omnipresent in Istanbul and Mali, is rarely heard.

Tabriz is a traditional trading city on the Silk Road in the Iranian part of Azerbaijan and is best known for the bazaar, which has been a UNESCO World Heritage Site since 2010. Of the nearly 1.8 million inhabitants, about 4,000 work in the bazaar, which offers almost everything you need on 29 hectares. Even a river leads through the bazaar. Particularly impressive are the jewels, spices, nuts and carpets. Of the two main aisles, small passages lead into large rooms, which fascinate by their architecture and the goods. Despite its status as a World Heritage, you can hardly find a foreign tourist and are approached again and again, without the expectation that you will buy something. Even in the evening in the Elgoli Park on the outskirts, which has a variety of restaurants, a mountain, a lake and an amusement park, there are hardly any tourists. A wonderful place for after work.

Other attractions such as mosques I have not visited because they are much more important in the south. Instead, during the day, we went to Kandovan, a mountain village about an hour drive away. Only the stone formations make the place worth seeing. Originally, only the caves were inhabited here. Later, the houses were built in front of the caves so that they can continue to be used. This place is something very special. Nevertheless, the tourism is still small. The village is much smaller than Masouleh, the residents are not so open to photos and there is no bazaar, just a few restaurants and a small resort. After two hours we already went back.

A salt lake or the colored mountains? That was the question the next morning. One of them has to wait for the next trip.

Salt lake! Or also Lake Urmia. 2 hours drive for a lake that is dehydrating? And 2 hours back? The doubt remained, the ride unspectacular except for a camel herd. First thought after arrival: what should we do for 2 hours? Fortunately, there were pedal boats, because I unfortunately did not have my swimming cloths and Janet from Hong Kong, which I already knew from Tehran and Masouleh, would have bathed completely veiled. So out on the water, the white salt mountains looked colder than it is. Especially around the bridge there were many exciting perspectives and the two hours agreed with the taxi driver were over faster than we liked.

The lake was originally 10 times larger than Lake Constance, has no outflow and is regulated in its height only by inflow and evaporation. Since there is too much water taken from the rivers and the lake has only a maximum depth of 16m with very shallow beaches drying out leads to a huge decline in the surface. On the way to the lake you can see boats, which were still on the shore some time ago. Today only a flicker can be seen on the horizon, which could be water or a fatamorgana.

The lake is one of the most impressive places I have seen on my trips so far. The ride was so worth it. Next time I will see the coloured mountains.

13./14. September 2017

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