Teheran

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Ursprünglich wollte ich 2-3 Tage in Teheran bleiben, einen Abstecher in die Berge machen und möglichst schnell nach Süden. Ursprünglich. Ich hätte von dem großen Abstecher nach Masouleh und Täbriz,auch direkt nach Isfahan fahren können. Ich hatte in Teheran kein Gepäck. Und auch Teheran kam mir nicht so spannend vor. Aber die Menschen! Und Teheran hatte auch eine zweite Chance verdient. Und schlecht war es ja auch nicht. Und ein besseres Hostel in besserer Lage wird auch nicht schaden. Ich habe mich also mit den Wanderern wieder getroffen. Erst mit den beiden Frauen, am Abend noch mit Amir, der tagsüber trotz Freitags arbeiten musste, der hier eigentlich seinem Namen gerecht wird – er entspricht unserem Sonntag.

Offensichtlich ist das mit dem Hostels so eine Sache. Manche sind ganz normal, so normal die eben in einer islamischen Republik sein können. Mit großem Schild und getrennten Schlafräumen. Oder eben manche im weniger offiziellen Bereich ohne Klingelschild, gemischten Schlafsälen und ohne Kopftuchpflicht. Narnia hatte ich noch rein gelassen. Nazgol und eine sehr religiöse Freundin von ihr hatten geklingelt und wurden freundlich gebeten, den Hof wieder zu verlassen. Diese Art von Hostel hat zwar auch eine Homepage, wird aber wohl nur geduldet, solange keine unbeteiligten Iraner Zutritt erhalten.

Ein anderes Hostel hat immerhin ein Café, in das auch Iraner dürfen. Leider war dieses aber ausgebucht.

Also sind wir in ein Restaurant gegangen, mit schönem Innenhof und alternativem Flair. Trotzdem wurden die Frauen nach einer Weile ermahnt, ihre ständig abrutschenden Kopftücher, die dann oft lange unten blieben, doch bitte wieder aufzusetzen. Der Staat hat seine Augen (und Kameras) wohl auch auf diesen Innenhof gerichtet und die Betreiber fürchten Probleme. Das Land wird wohl noch eine Weile brauchen, bis das Leben der Menschen hier so frei wird, wie es sich viele von ihnen wünschen.

Natürlich hat Teheran auch einige Sehenswürdigkeiten, die bisher zu kurz kamen. Ich habe auch nur wenige gesehen. Der große Basar ist gar nichts gegen den in Täbris und einen kleineren im reichen, weil kühleren Norden Teherans am Alborz-Gebirge. Der Golestan-Palast ist auch mit dem Spiegelsaal nicht so beeindruckend wie die innen reich verspiegelte Moschee beim kleineren Basar in Tajrish. Die Gegend um das zweite Hostel hat auch zum bummeln eingeladen. Die Häuser sind interessanter.

Letztlich bleibt noch viel zu sehen. Und interessante Menschen zu treffen, die so neugierig und wissbegierig sind, und denen wegen ihrer Herkunft und ihrem Geldbeutel das Reisen so schwer gemacht wird. Ich lasse Teheran also mit einem lachenden und einem weinenden Auge hinter mir und bin gespannt auf noch einige interessante Orte und viele spannende Begegnungen.

16. September 2017

Originally, I wanted to stay 2-3 days in Tehran, make a little tour to the mountains and than go south as fast as possible. Originally. I could have gone straight from Tabriz to Isfahan. I had no luggage in Tehran. And Tehran did not seem so exciting. But the people! And Tehran also deserved a second chance. And a better hostel in a better location will not hurt either. So I met with the hikers from the mountain tour again. First with the two women, in the evening with Amir, who had to work during the day.

Obviously this is a thing with the hostels. Some are quite normal, as normal as they can be in an Islamic republic. With a large sign and separated dormitories. And some in a less official area without even a sign on the door, mixed rooms and without a obligation of wearing a headscarf. I had welcomed Narnia myself, so we could talk while waiting. Nazgol and a very religious friend of hers had rung the bell and were kindly asked to leave the frontyard. Although this type of hostel has an official website, it seems to be only tolerated as long as no uninvolved Iranians gain access.

After all, another hostel has a café that also welcomes Iranians – without access to the hostel area. Unfortunately, this hostel was booked.

Together we went to a restaurant, with a nice courtyard and alternative flair. Nevertheless, the women were warned after a while to reset their constantly slipping headscarves, which then often remained down for a long time. The state has its eyes (and cameras) probably on this courtyard and the operators fear problems. The country will probably take a while until the lives of the people here become as free as many of them wish.

Of course, Tehran also has a lot of sights to see. I have seen only a few. of them. The Grand Bazaar is nothing compared to the one in Tabriz and a smaller one in the rich and cooler northern part of Tehran on the Alborz Mountains. The Golestan Palace, even with the Hall of Mirrors, is not as impressive as the richly mirrored mosque at the smaller bazaar in Tajrish. The area around the second hostel also invited to stroll. The houses are more interesting.

In the end, there is still much to see. And interesting people to meet who are so curious and inquisitive and who are fiighting so many problems to travel because of their background and their purse. So I leave Tehran behind me with a laughing and a crying eye and I look forward to some interesting places and many exciting encounters.

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