Kashan und die Wüste

English version further down

Ich sitze inzwischen in Isfahan und muss mich etwas zwingen, mir Zeit zu nehmen und die vielen Erlebnisse der letzten Tage festzuhalten
.

Nach dem kurzen Zwischenstopp in Teheran kam ich abends in Kashan an. Da ich müde war ging es mit dem Taxi direkt bis zum Hostel. Die Architektur hat mich gleich an meine Mali-Reise erinnert, viel aus Lehm, enge Gassen, das Hostel in einem traditionellen Haus hinter geschlossenen Mauern. Ich war noch gar nicht richtig registriert, da hat mir der Besitzer schon seine Münzsammlung gezeigt – mit Münzen von Besuchern aus aller Welt. Ohne meinen leichten Hunger zu erwähnen, hatte ich bald auch einen Teller mit Spiegelei und Brot vor der Nase, Melonen und Tee sind sowieso Standard bei ihm. Zum Sonnenaufgang konnten wir aufs Dach, von wo aus ein toller Blick über die Dächer der Umgebung möglich war. Der sehr präsente Besitzer als gute Seele und die tolle Architektur machen das Sadeghi House zu einem besonderen Hostel.
Alan, ein Holländer, der im Irak geboren wurde, hat mir noch von einer Wüstentour erzählt, die am nächsten Nachmittag beginnen sollte. Die gibt es täglich, aber es klang sehr verlockend, diese mit ihm zu machen, denn er ist ein lustiger und interessanter Zeitgenosse. Entsprechend wenig habe ich jedoch von Kashan gesehen. Der Basar und Fingarden waren noch möglich, sowie ein gutes Essen im traditionellen Abasi Restaurant. Alan war es auch, der mich im Basar ermutigt hat, in den Brunnen zu steigen, um ein Foto der tollen Kuppel zu machen.
Die Tour begann mit dem Besuch einer unterirdischen Stadt, die erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde und vermutlich auf das selbe Volk wie in Kappadokien in der Türkei zurückzuführen ist. Die Forschung ist hier noch nicht sehr weit. Die Stadt befindet sich auf drei Ebenen, hat viele Kilometer Gänge, es wurden wohl Kerzen genutzt, die nicht rußten, es gab ausgeklügelte Lüftungsschächte und versteckte Fallen zum Schutz vor Feinden.
Nach weiteren Stops in einem Schloss, wenn man es noch so nennen kann, und einem Schrein, ging es endlich Richtung Wüste. In der Gruppe waren wir zu viert die einzigen, die einen Geländewagen hatten. Der junge Fahrer hatte Spaß daran, uns die Grenzen des alten Nissan zu zeigen, inklusive Sprung über eine Kuppe.
Nächster Stop Sanddünen. Leider, wie bei solchen Touren üblich, mit wenig Zeit. Also rauf, Fotos schießen, barfuß die Wärme des Sands spüren, wieder ins Auto und ab zur Salzwüste. Diese ist ein gutes Beispiel, was dem Urmiasee droht, denn hier ist auch noch auf aktuellen Karten ein See, aber von Wasser nichts zu sehen. Die Wüste ist der Grund für die Eile – hier sahen wir die Sonne untergehen, wurden nur ab und an von Lastern gestört, die Salz in Richtung Kashan brachten.
Und weiter gehts. Zur Karawanserei, unserem Ort für die Nacht, gelegen an einer kleinen Oase. Fotos machen, Essen, Fotos machen, bis spät in die Nacht. Und als endlich auch in der Karawanserei das Licht ausging hätte ich hier gerne noch den Sternenhimmel fotografiert. Die Müdigkeit war aber leider stärker.

I am now in Isfahan and have to force myself to take my time and to capture the many experiences of the last days.

After the brief stopover in Tehran, I arrived in Kashan in the evening. As I was very tired I went directly to the hostel. The architecture reminded me of my Trip to Mali, lots of mud, narrow streets, the hostel in a traditional house behind closed walls. I was not registered properly yet, as the owner has already shown me his coin collection – with coins from visitors from all around the world. Without mentioning my little hunger, I soon got a plate with fried eggs and bread in front of my nose, melons and tea are standard anyway. At sunrise, we went on the roof, from where we had a great view over rooftops and into courtyards. The very present and welcoming owner as a good soul and the great architecture make the Sadeghi House a really special hostel.
Alan, a Dutchman born in Iraq, told me about a desert tour that would already start the next afternoon. It’s there on a daily basis, but it sounded tempting to make it with him, because he’s a fun and interesting guy. However, I have not seen much of Kashan. The bazaar and the famous Finn garden were still possible to see, as well as a good meal to eat in the traditional Abasi restaurant. Alan was also the one who encouraged me in the bazaar to get into the fountain to take a picture of the great dome.
The tour began with a visit to an underground city that was discovered only a few years ago and is believed to be built by the same people as Cappadocia in Turkey. The research is not very far yet. The city is built on three levels and has many miles of aisles. Obviously torches were used which did not smoke, there were sophisticated ventilation shafts and hidden traps as a protection against enemies.
After further stops in a castle, if one can still call it that, and a shrine, we finally went to the desert. As we were four people we were the only ones who got a decent offroad car. The young driver had fun demonstrating the limitations of his old Nissan, including jumping over a bump.
Next stop sand dunes. Unfortunately, as usual with such tours, with very little time to enjoy. So run up the dunes, take photos, feel the heat of the sand and get back into the cars.

Then back in the car and off to the salt desert. This is a good example of what Lake Urmia is threatening. Where we were now, even on current maps there is a lake, but absolutely no water to see. The desert is the reason for the hurry – here we saw the sunset, only occasionally disturbed by lorries that brought salt towards Kashan.
And on you go. To the caravansary, our place for the night at a small oasis. Photos, food, photos, until late at night. And when the lights got turned off in the caravansary I would have loved to take pictures of the starry sky. The fatigue was stronger, unfortunately.

17. September 2017

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