Freitagsmoschee Isfahan

Isfahan kann nicht erzählt werden, ohne einen Blick auf die Freitagsmoschee zu werfen. Und natürlich auch nicht ohne einen Blick in die armenische Kirche, aber dafür muss ich wohl früher oder später nochmal hin.
Am 3. Tag treffe ich nochmal Alex. Alex ist Iraner, sein echter Name tut nichts zur Sache. Ich bin mit ihm in der Freitagsmoschee verabredet. Er ist einer der spannendsten Menschen, die ich im Iran getroffen habe, aber zu seinem Schutz ist hier nicht viel über ihn zu erzählen. Für Alex ist aber klar, dass ich Isfahan nicht ohne einen Besuch in der Freitagsmoschee verlassen darf, und er nimmt sich Zeit, sie mir zu zeigen. Ich erzähle dies fast 16 Monate später, ausnahmsweise habe ich hierzu nicht direkt was geschrieben. Aber es sind einfach zu viele Bilder von Isfahan, und so lagere ich den Besuch der Moschee aus und schreibe ein bisschen was dazu.
Die Moschee ist – nicht zu verwechseln mit den teils riesigen Schreinen – die größte des Landes. Die Meinungen zu der Moschee sind verschieden – mich aber hat sie umgehauen. Sicherlich gibt es pompösere Moscheen, kunstvoller und glitzernder. Diese glänzt auf den zweiten Blick.
Der älteste Teil ist der sogenannte Schabestan aus dem 8. Der Schabestan ist ein Säulenraum mit Zugang zum Innenhof. In ihm fand Unterricht statt. Dies lässt sich schon leicht ahnen, ist doch jede Kuppel verschieden. Faszinierend ist es, in dem dunklen Raum die Gewölbe zu bewundern, die Vielfalt der Einfachheit, die Brauntöne dominieren bis heute die ganze Anlage. Die Moschee aus dem 8. Jahrhundert wurde jedoch durch eine größere ersetzt. Im 12. Jahrhundert wurde der Vier-Iwan-Hof in seiner heutigen Prägung gebaut und fortan als Vorbild für viele Moscheen. Der Iwan ist eine zum Innenhof offene, von einem Gewölbe überdeckte Halle. Diese vier Hallen stehen sich bei einem Vier-Iwan-Hof jeweils über Kreuz gegenüber. In manchen Bereichen dominieren die Ziegel, in manchen die Fliesen – und so wird die Moschee als auch Museum der 1300-jährigen Entwicklung iranischer Architektur bezeichnet.
Die Fliesen-Kunst, die es überall im Iran zu bewundern gibt, und an der man sich nicht sattsehen kann, ist hier weniger besonders. Beeindruckend ist vielmehr, nicht nur im Schabestan, die Vielfalt, die die Arbeit mit Ziegelsteinen zulässt. Seien es Texte oder Muster aus Steinen und in verschiedenen Schriften. Ja, auch die quadratischen Elemente, die an ein Labyrinth oder einen QR-Code erinnern, zählen zu diesen. Oder seien es die Muqarnas, die kleinen Kuppeln, die als Masse eine große Kuppel formen; sie sind hier zum Teil in Erdtönen geblieben, sind sonst in der Regel glasiert.
Die Vielfalt haut mich auch heute wieder um. Ich kann gar nicht alle Fotos hier zeigen, sonst sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, aber ich kann den Besuch nur empfehlen. Es ist eine Moschee, die in Erinnerung bleibt. Gut, irgendwie sind mir aber auch sehr viele Moscheen in Erinnerung geblieben.

Die Bilder lassen sich durch anklicken vergrößern.


Sorry, no English translations…

21.09.2017