Shiraz und Persepolis

Mit dem Nachtbus von Yazd nach Shiraz, mit einem Guide und zwei Autos direkt nach Persepolis – so hatten wir uns das vorgestellt. Wir, das sind die weltreisende Kerstin aus Wien, die ich bei der Ankunft in Yazd kennen gelernt hatte, drei ihrer Reisebekanntschaften und ich. Etwas übermüdet ging es los, bis das 2. Auto defekt stehen blieb. Eine Panne pro Reise scheint einfach notwendig zu sein.

Von der Nacht etwas mitgenommen war es schwer, in der brennenden Sonne dem Guide zu folgen, aber der Ort mit seiner Jahrtausende alten Geschichte, den reich verzierten Wänden und Steinfiguren, den zwei Gräbern des 5. und 6. Königs von Persepolis hat uns doch über Stunden in seinen Bann gezogen. Auch Naqsh-e Rustam, wo in der Felswand die vier ersten Könige bestattet wurden, konnten wir uns anschauen. Dieser Ort hat mich fast mehr beeindruckt, als Persepolis.

Nach Ankunft im Hostel wollte dann aber keiner mehr auf Tour gehen. Nach fast 3 Wochen Reise war ich ziemlich müde. Erst abends trafen wir uns wieder in einem schicken Restaurant, mit einer modernen Interpretation traditioneller Einrichtung.

Umso mehr musste ich dann aber den letzten Tag meiner Reise nutzen, denn auch Shiraz hat mit der Grabstätte von Hafez, einem sehr bedeutenden Dichter Irans, der pinken Moschee und einem riesigen Schrein einiges zu bieten. Auch ein paar Erinnerungsstücke wollten noch besorgt werden, der Basar war jedoch kein Vergleich gegen jene in Isfahan und vor allem Täbris.

Während die pinke Moschee voll mit Touristen war, waren wir mit einem Ungarn die einzigen Touristen im prunkvollsten Schrein, den ich auf meiner ganzen Reise gesehen habe. Da er noch immer, und gerade während des Aschura-Festes, eine hohe religiöse Bedeutung hat war das fotografieren mit Spiegelreflexkamera verboten. Auch das Betreten des Schreins ist für nicht muslimische Touristen seit einem Jahr nicht mehr möglich, Touristen werden in Gruppen geführt. Wir hatten jedoch das Glück, dass uns ein alter, ranghoher Mann den Zutritt in Türnähe erlaubt hat. Wie häufig das passiert ist uns natürlich nicht klar, aber wir haben uns tatsächlich im höchsten Maße geehrt gefühlt. Ein adäquater Abschluss einer Reise, in der ich mich fast täglich, und manchmal etwas peinlich berührt, wie ein VIP gefühlt habe – zumindest wie ein very important passenger.

28. September 2017

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