Mestia und die Koruldi-Seen

Nach unserer Ankunft in Mestia sind wir dem üblichen Smalltalk mit den anderen Gäste entflohen und im Old House Essen gegangen. Danach noch in ein sehr nettes Kaffee, wo wir dann doch nicht ganz in Ruhe gelassen wurden. Die quirlige Maria aus Spanien war begeistert, in Alexander aus Russland einen ähnlich tickenden Berufskollegen gefunden zu haben – Flugbegleiter als Backpacker. Mit ihrer professionell aufgesetzten Art hat sie uns aber nicht begeistern können. Ira aus der Ukraine hat mir, da ich noch nach Kiew fliege, einen Jogging-Partner vermitteln wollen. Ganz skurril wurde es, als uns Alexander noch erklären wollte, dass in Mestia jede Familie ihr eigenes Handtuch hat. Es hat jedenfalls etwas Kopfzerbrechen bereitet, bis wir verstanden haben, dass er „tower“ sagen wollte, nicht „towel“

Nach einem leckeren Müsli mit Fallobst aus dem Garten und einem Espresso in einem gemütlichen Kaffee sind wir, Jasmin, Eva und ich, in Richtung der Koruldi-Seen aufgebrochen. Ursprünglich wollten wir Tag 2 und 3 der Wanderung nach Ushguli machen. Aber das Wetter und der Zeitplan wollten dies nicht zulassen. Trotz Erkältung der beiden anderen haben wir aber den Aufstieg zu den Seen gewagt. Auch diese Wanderung ist sehr schön, aber eben auch sehr beliebt. Zunächst ging es lange und steil bergauf, durch Wald und Büsche, über Stock und Stein und mit immer neuen Blicken auf das kleine Städtchen mit seinen Familientürmen. Kurz vor einem Kreuz mit schöner Aussicht haben wir schon die erste Pause gebraucht und leckeres, ganz frisches Fladenbrot mit Käse, frisches Obst, Gemüse und Kuchen von der Gastmutter gegessen. Von hier aus ging es noch weitere 1.000 Höhenmeter nach oben. Die Aussicht wurde dabei immer beeindruckender, die Farben der Berge, die langsam den Herbst ankündigenden Bäume, die schneebedeckten Gipfel und Gletscher kamen immer mehr zur Geltung.

Oben bei den Seen angekommen waren wir müde, das Wasser bei uns allen fast verbraucht und der Abstieg noch lang. Da hier jedoch auch Allrad-Taxen hoch kommen konnte mir einer der Fahrer einen sauberen Bach zeigen, wo wir die Flaschen auffüllen konnten. Mit frischer Motivation konnten wir noch ein Stück weiter aufsteigen, bis die Seen alle unter uns sichtbar wurden.

Mit dem Abstieg stand auch die Sonne schon flacher, das Farbspiel wollte weiter fotografiert werden. Zum Glück sind auch Eva und Jasmin für viele Pausen zu haben und auch sonst intensiv am beobachten.

Die vielen frei lebenden Nutztiere, vom Huhn über Hunde, Schafe, Schweine und Kühe, die immer wieder für Bremsmanöver sorgen, sind in Georgien allgegenwärtig. Ein Höhepunkt für uns alle war aber, als ein weißes Pferd auf einem schmalen Pfad auf uns zu trabte. Eva und Jasmin, die bei Kutaissi schon geritten waren, konnten es streicheln, während ich versucht habe, die Szene in Fotos festzuhalten. Viel Zeit blieb mir dafür leider nicht.

Heute haben wir es geschafft: wir sind noch ganz knapp mit dem Sonnenuntergang im Tal – aber wir konnten uns auch nur eine sehr kurze Pause gönnen. Als wir beim Old House Restaurant vorbei kommen ist es schon fast wieder dunkel.

25.09.2018

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