Vashlovani-Nationalpark

Sina war schon in Sighnaghi und hatte einen Fahrer mit Auto organisiert. Dieser stand pünktlich um 8h vor der Tür. Nach vielleicht 40 Minuten Fahrt durch das Wolken verhangene Kachetien mussten wir uns in der Verwaltung des Parks registrieren und durften, nach einiger Diskussion mit dem Fahrer, auch noch Elisa und Zeno mitnehmen – ein Paar aus Dresden und beide Architektur-Studenten. So konnten wir die verhältnismäßig hohen Kosten teilen.

Plötzlich freut sich unser Fahrer wieder: wir fahren eine lange Straße durch einsame Felder, Büsche und Bäume neben der Straße – und überall Raubvögel. Jeder Ornitologe wäre hier glücklich. Die Felder ringsum haben sehr dunkle Erde, was dem Farbspiel der Gegend seinen Stempel aufdrückt und dem bedeckten Himmel einen schönen Kontrast entgegen setzt.

Eine Weile lang zeigt sich unser Fahrer gerne bereit, anzuhalten. Doch dann und wann sagt er „5 Minuten“. Er weiß, wo die noch besseren Spots sind, wo es sich wirklich lohnt, für ein Foto anzuhalten.

Als wir eine große Herde sehen steige ich zum wiederholten Male aus dem Auto, als mich plötzlich der Fahrer ruft.

Die Hunde stürmen auf mich zu – wild bellend. Kaum bin ich im Auto und habe das Fenster geschlossen Rasen wir los – mit den riesigen Hunden, die vor und hinter dem Auto rennen und sich auch von der Stoßstange nicht dazu bringen lassen, den Weg frei zu machen. Diese Tiere haben enorme Kraft, jeder Kampf mit den Biestern wäre hoffnungslos.

Wir haben an dem Tag unzählige Male gehalten, viele Vögel bewundert, sind durch einen ausgetrockneten Canyon gekommen, haben atemberaubende Landschaften bewundert, den Subaru Forester an seine Grenzen gebracht und nur sehr wenige andere Menschen getroffen. Der Vashlovani-Nationalpark liegt an der Grenze zu Aserbaidschan, und so gibt es hier auch winzig kleine Förderanlagen für Erdöl.

Um Punkt 6h kommen wir wieder nach Sighnaghi, pünktlich für Elisa und Zeno, die die letzte Marshrutka nach Tiflis bekommen. Das scheint Motto meiner Reise zu sein – immer wieder auf den letzten Drücker.

Ich schaue mir am nächsten Tag noch die Stadt an, kaufe eine Flasche Wein, wo wir am Abend gegessen haben und entscheide, mangels Marshrutka, nach Tiflis zu trampen. Ich komme bis zum nächsten Ort, dann nimmt mich ein Taxifahrer zu landestypischen Preisen mit. Auch in Ordnung.

28.09.2018

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